Eine Woche vor unserem Treffen:
Noch ist die Wetterprognose ungewiss: bis Mittwoch schönes Wetter, Samstag - der Tag unserer gemeinsamen Ausfahrt - durchwachsen mit Gewitter. Anscheinend ist der Bann mit den Regentreffen doch noch nicht gebrochen.
Mittwoch vor dem Treffen:
28 Grad in der Eifel, am Niederrhein über 30 Grad und die Prognose deutet auf einen Rückgang der Temperatur - aber: KEIN Regen in Sicht! Yepp!
Freitag am frühen morgen, 11. September:
Ludger und ich starten morgens nach dem Frühstück in Richtung Niederrhein. Der Verkehr ist dicht, aber wir kommen gut durch. Gegen Mittag treffen wir bei Jörg ein und genießen es, in Ruhe vor der Ausfahrt noch ein wenig „Schnacken“ zu können. Gemeinsam mit 4 Coupés machen wir uns auf den Weg nach Emmerich. Hier befindet sich der größte Händler für US-Fahrzeuge in Deutschland, RD-Classics. Wie im Museum sind die restaurierten Exemplare ausgestellt - auf einen Käufer wartend. 5 weitere Teilnehmerfahrzeuge unseres Treffens sind bereits da und nach der ersten Begrüßung machen wir uns in einem kleinen Tross auf den Weg in das Hotel am Niederrhein zwischen Xanten und Kevelaer.
Das Wetter hielt, was es versprochen hatte und wir konnten bis zum Beginn des Abendessens gemeinsam auf der Terrasse sitzen. Die Freude und der Genuss, endlich nach einem Jahr wieder in der Community gemeinsam zusammen zu sitzen, Neuigkeiten auszutauschen und Benzingesprächen zu lauschen, hat uns schnell geeint. Glücklich und mit Vorfreude trennten sich die Letzten erst nach Mitternacht, als keine Bedienung mehr zur Verfügung stand.
Samstag, 12. September
Bei angenehmen Temperaturen knapp über 20 Grad und leicht bewölktem Himmel starteten wir nach dem Briefing mit insgesamt 14 Coupés die Tour. Immer wieder ist es beeindruckend, wenn sich die Kolonne der Autos auf über 1 Kilometer ausdehnt. Toll. Ein gutes Gefühl. Kurze Verständigungsschwierigkeiten über die Funken wurden unmittelbar in einem Zwischenstopp behoben, bevor wir über die Felder in Richtung Niederlande starteten.
Vereinzelte Erntemaschinen waren für uns kein wirkliches Hindernis. Auch die vielen Radfahrer unterwegs wurden zügig überholt. Eine Herausforderung für die Gruppe war allerdings der Verkehr durch zahlreiche kleine Dörfer - ebenso das Linksabbiegen auf Landstraßen ließen das ein oder andere Mal die Gruppe auseinander ziehen. Aber routiniert bekamen Jörg und Antje im Führungsfahrzeug und Peter und Sabine im Schlussfahrzeug alle wieder zusammen. Die Gemeinschaft funktioniert.
Landschaftlich bot uns der Tag viele Reize:
- sandige Heidelandschaften im Naturschutzgebiet
- Kiefernwälder durchzogen von verträumten Straßen
- Bilderbuchdörfer im „Puppenformat"
- Groß angelegte Weiden mit knuffeligen Rindviechern, Eseln, Pferden, Schafen, Rehen, Lamas und Straußen und für viele das Highlight:
- Eine Fahrt über den Deich: die Binnenschiffahrt in Richtung Meer unterhalb unserer „Kiellinie“.
Unseren Mittagsstopp legten wir in einer urigen Pfannekuchenmühle ein, die exklusiv für uns geöffnet hatte. Der Parkplatz war für uns reserviert, alles lief nach Plan - wenn da nicht, nun ja, wenn da nicht ein uneinsichtiger SUV Fahrer samt Familie gewesen wäre, der sich das Privileg heraus nahm, sich so dreist auf den Parkplatz zu stellen, dass wir nicht alle zusammen parken konnten. Was für ein B...mann!
Unterwegs durch die Dörfer fuhren wir an einem Spielplatz vorbei. Zwei Jungs kabbelten sich dort - bis einer rief: „Ey schau mal, die alten Rennwagen - zwei, drei - nein, ganz viele!“. Das hat uns wieder deutlich gemacht: Nicht nur wir haben Spaß an dem Gefühl in unseren Coupés zu sitzen, sie um die Kurven zu beschleunigen und in den Sitz gedrückt zu werden. Auch für die Menschen am Rande der Straßen - egal welchen Alters - ist es ein Spaß unserer Kolonne mit den Augen zu folgen.
Die größte Anstrengung an diesem Tag hatten Jörg und Antje. Der Verkehr stellte sie auf eine harte Probe und welche Anspannung und Energie damit verbunden ist kann nur derjenige erahnen, der selber solch ein Unterfangen mal geleitet hat. Mir wurde wieder klar, welchen Vorteil wir in der Eifel haben, kaum Ampeln und im Vergleich wenig Verkehr. Von daher großen Respekt und Hut ab vor der Organisation und der Umsetzung der Ausfahrt an diesem Wochenende!
Sonntag, 13. September
Einige wenige verabschiedeten sich am Sonntag nach dem Frühstück. Für die Übrigen stand noch ein Sightseeing Programm in Xanten auf dem Plan. Unser Guide überzeugte mit einem phänomenalem Wissen und kuriosen Anekdoten zur Geschichte des historischen Ortes. Entspannt und glücklich über das gelungene Treffen saßen wir abschließend auf dem Markt beim Italiener und ließen das Treffen Revue passieren.
Es war gut so.
Es war gut, sich wieder zu treffen.
Es war gut, wieder den Kontakt zu Freunden zu erneuern und neue Freunde kennenzulernen.
Zufrieden und mit Vorfreude auf das Frühjahr 2021 in der fränkischen Schweiz trennten sich unsere Wege und alle erreichten gesund ihre eigene Heimat.
Ruth

