Griaß eich alle miteinander!
Endlich startete nun im zweiten Anlauf nach coronabedingter Verschiebung das heißersehnte Treffen im Süden Deutschlands, in Bayern. Als Standquartier hatte der Organisator, Martin Rehkate, das Hotel Landgasthof Schmuck in Sauerlach-Arget/Oberbayern ausgesucht, und das war eine sehr gute Wahl.
Donnerstag, 7.10.21: 15 Zettis (nur Coupés) und 26 Menschen harrten der Dinge, die folgen sollten. Erst einmal bezogen wir die bayerisch-modernen Zimmer. Die Zettis durften je nach Wunsch der Fahrer/innen in die hoteleigene Tiefgarage. Das gemütliche Beisammensein mit prima Essen brachte uns ein Wiedersehen mit alten und neuen Freunden. Bei einigen soll es an diesem Abend (und den folgenden) auch später geworden sein.
Freitag, 8.10.21: Bei 9 ° C um 9.00 Uhr Briefing, Austeilung der Funkgeräte, Abfahrt 9.15 Uhr. Martin war der Leit-Fahrer, Richie machte den Schluß – mit jeweils sehr stimmigen und hilfreichen Angaben. Ein Zetti mit 2 Personen fehlte immer noch. Es stellte sich aber heraus, daß nichts passiert war, das Treffen ist wohl nur einfach vergessen worden! Die drei haben viel Schönes verpaßt! An diesem frühen Morgen düsten wir bei trübem, erst noch leicht feuchtem Wetter Richtung Chiemsee, in sonst sichtbarer Nähe der Alpen. Der erste Stop an der Inn-Brücke in Neubeuern war zum ‚Füße vertreten‘. Der zweite Stop auf der Seiser Alm in Bernau am Fuß der Kampenwand, in knapp 700 m Höhe, bot dann auch den Damen entsprechende Örtchen. Diese Alm ist nicht zu verwechseln mit der Seiser Alm in den Südtiroler Dolomiten in Italien. Der Blick auf den Chiemsee, das bayerische Meer, von unserem Parkplatz bei 10 Grad war noch etwas getrübt, aber es klarte immer mehr auf – wie verdient, wenn Engel reisen…
In Prien am Chiemsee parkten wir direkt am Yachthafen und bekamen unser Mittagessen im Restaurant Westernacher mit Blick auf den See serviert. Die Filets der Renken aus dem Chiemsee waren köstlich! Um 14.00 Uhr marschierten wir zur Einschiffung zur Herrenchiemseeinsel (auch Herrenwörth genannt). Dies ist die größte der im See gelegenen Inseln. Ein Teil der Truppe machte sich auf den Weg zum Schloß Herrenchiemsee. Es ist das prunkvollste und kostspieligste der Schlösser von Ludwig II., wird auch als bayerisches Versailles bezeichnet. Zusammen mit Linderhof und Neuschwanstein gehört es zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Uwe und ich genossen den kürzeren Spaziergang zum Schloßcafé und gönnten uns u.a. einen Riesen-Windbeutel, gefüllt mit Eis, Vanillecreme, Kirschen und reichlich Sahne. Schiffabfahrt um 16.45 nach Prien: Wir starteten mit leichter Verspätung zur Rückfahrt nach Sauerlach. Leider vermasselten uns einige Baustellen die ganz zügige Tour, so daß wir erst bei Dunkelheit am Hotel nach ca. 180 km im Hotel ankamen. Wiederholt waren bayerisches Essen und Bier nicht zu verachten.
Samstag, 9.10.21: Briefing um 8.15 Uhr bei 6 ° C und Nebel. Alle waren pünktlich für den Start um 8.20 Uhr Richtung Kloster Weltenburg an der Donau = Auf der B 471 und der B 301, der deutschen Hopfenstraße, an München vorbei durch die Holledau nördlich in Richtung Weltenburg.
Wer von Euch hat denn unterwegs die folgenden Hinweise bemerkt, die besonders für ländliche Gegenden in Bayern typisch sind? Bixenmacherei = Anzeige für die Geburt eines weiblichen Säuglings = Schild mit leeren Konservendosen. Lumpenmacherei = Schild für die Geburt eines Jungen = mit Putzlumpen auf dem Gartenzaun. Da wir früher mal einen handgewebten Teppich aus Stoffresten besaßen, haben wir beiden Norddeutschen erst an so etwas wie einen Teppich gedacht! Von wegen!
Das Kloster Weltenburg ist eine um 600 gegründete Benediktinerabtei mit der ältesten Klosterbrauerei der Welt, die es seit 1050 gibt. Das süffige dunkle Klosterbier hat uns sehr gut geschmeckt hat. Es wird in die ganze Welt exportiert.
In der Klosterschenke wartete die Mittagsstärkung in auf uns. Für den typisch bayerischen Biergarten war es doch etwas zu kühl. Wie in Bayern üblich, dürfte man dorthin sein Essen mitbringen. Das lohnt sich hier eigentlich nicht, weil das Essen wirklich gut schmeckt. Bis zur Fahrt mit dem Ausflugsschiff nach Kelheim hatten wir auch noch Zeit, die Klosterkirche anzusehen. Sie ist bekannt für prunkvollen Barock, geschaffen von den Brüdern Asam.
Die 40 Min. Fahrt auf der Donau durch den Donaudurchbruch, der Weltenburger Enge, vorbei an fast senkrechten Felswänden sind ein atemberaubendes Erlebnis. Nur besonders gekapselte Dieselausflugsschiffe dürfen in diesem Naturschutzgebiet fahren, fahrplanmäßig von Ostern bis Ende Oktober.
Wieder teilte sich die Meute, diesmal in Kelheim: Ein Teil fuhr mit dem Touristenbähnchen hoch zur Befreiungshalle auf dem Michelsberg. König Ludwig I. ließ die Gedenkstätte mit 45 m hoher Kuppelhalle für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon in den Befreiungskriegen 1813 bis 1815 und als Mahnmal für die Einheit Deutschlands errichten. 1863 war der Bau vollendet. Der sportliche Teil unserer Truppe ging hoch und runter die jeweils 30 Minuten zu Fuß. Diejenigen, die die Schuhsohlen schonen wollten, blieben in der netten Kelheimer Altstadt vor einem Café in der Sonne sitzen.
Unsere Autorückfahrt führte uns Richtung Landshut auf schönen kleinen Straßen, damit wir noch etwas Niederbayern ‚erfuhren‘, dann aber doch ‚um Strecke zu schaffen, - mit Sonnenuntergang und dann Mondlicht - auf der A 92, A 9, A 99 und A 8. Um 20.15 Uhr trudelten wir wohlbehalten nach 300 km am Hotel ein.
Zusammenfassend zu diesen Tagen sei zu sagen: Es war einfach nur schön!
Pfiat eich alle miteinander, bleibt gesund und munter, bis zu einem nächsten Treffen!
Beate und Uwe Biela
Aus Dortmund
PS: Warum sind die Stadtfarben von München schwarz und gelb, von Dortmund rot und weiß? Denn die Fußballer handhaben es doch genau umgekehrt.

