instagram
facebook
offizieller_Club

Herbsttreffen der Coupé Community 2024

Samstagmorgen, kurz vor neun, treffen wir uns zum Briefing und zur Ausgabe der Hand-outs für die Z3 Coupé Tour von Richy & Evelyn in Wüstenrot. Passend zum Ortsnamen habe ich die Ehre, den Bericht dieser Tour zu schreiben. Wer sein Portemonnaie vergisst und noch schnell ins Zimmer rennt, wird gerne mit dieser Aufgabe begrüßt.

bild 1 bild 2 bild 3 bild 4

Punkt neun geht es los. Bereits gestern Abend, nach der Ankunft aller Teilnehmer, konnten wir den Abend draußen bei einem gemeinsamen Essen vom umfangreichen Buffet genießen. Das Wetter verspricht großartig zu werden, sogar richtig warm – eher heiß. Zum Glück haben alle eine Klimaanlage und ein Dach, auch wenn nicht jede Klimaanlage gefüllt ist, wie zum Beispiel meine. Egal – die Sonne tut gut.

Wir starten vom Parkplatz, den Hotelturm im Rückspiegel, und machen uns auf zum ersten Stopp: das Gelände der Würth-Gruppe, wo wir das Forum und Museum besuchen werden. Nach den ersten Rechts-links-Kombinationen und der Fahrt durch zwei, drei Ortschaften sehen wir Plakate für das Oldtimertrecker-Treffen in Kreuzle. Tagsüber begegnen uns immer wieder Traktoren auf den Straßen.

Nach dem Ort „Schweizer Hof“ geht es auf die Landstraße Richtung Burg Maienfels. Hier genießen wir den ersten Ausblick auf die wunderschöne Landschaft, die uns bereits gestern bei der Anfahrt einen Vorgeschmack gegeben hatte. Der Hinweis über Funk „Bitte auf Dachrinnen und Dornenzweige aufpassen!“ war durchaus angebracht, denn der Ort, durch den wir fuhren, war wirklich eng und abschüssig. Weiter geht es über die Alte Landstraße, vorbei an den ersten Apfelbäumen, deren Früchte wir den ganzen Tag über am Straßenrand liegen sahen, in Richtung Brettach. Dort erblicken wir die ersten Weinfelder, die in der Morgensonne leuchten. Dann fahren wir in die Weinberge hinauf, und mit jedem Höhenmeter wird der Ausblick noch beeindruckender – oder?

Weiter ging es durch Pfedelbach, vorbei am Wasserschloss. Über Funk die Durchsage: „Weil das Klima in Pfedelbach milder war als oben in Waldenburg, ließ Graf Eberhard von Hohenlohe-Waldenburg das Schloss zwischen 1568 und 1572 als seinen Wintersitz erbauen.“ Auf dem Weg nach Cappel, rechts die Maisfelder, links die Weinreben, die sich in der Morgensonne prächtig präsentierten. Nach Cappel zog sich die Truppe etwas auseinander, doch der Funkkontakt blieb bestehen. Eine Serpentine, dann Schlaglöcher, und wir passierten die Neufelder Mühle, die hier noch an einem Bach betrieben wird – eine nachhaltige Energiequelle, die rund um die Uhr arbeitet.

Zum ersten Mal lese ich den Ortsnamen „Künzelsau“, und in der Ferne sehen wir bereits das Gelände der Würth-Gruppe. Für die „Presse“, die uns stilecht in einem Z3 Roadster begleitete, machten wir auf dem Gelände eine kurze Begegnungsfahrt. Hier trafen wir dann auch das Schlussfahrzeug – ein Coupé ohne Dach, aus dem nach jeder Abbiegung über Funk zu hören war: „Sind alle dran?“ Schnell parkten wir vorwärts und gingen hinein ins Carmen Würth Forum.

bild 5 bild 6 bild 7

„Meiner lieben Frau Carmen, mit der ich nun seit über 61 Jahren verheiratet bin, möchte ich voller Dankbarkeit ein Denkmal setzen. Es wird weit über unsere Zeit hinaus die Erinnerung an sie in schönster Form lebendig halten“, sagte Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth zur Eröffnung des Forums an ihrem 80. Geburtstag, am 18. Juli 2017. Hier gab es unter anderem eine Sonderausstellung von Hundertwasser zu sehen. Ein beeindruckendes Gelände, das uns nur einen kurzen Einblick gewähren konnte. Es lädt definitiv zur Wiederkehr ein – mit mehr Zeit, denn es lohnt sich.

bild 8 bild 9 bild 10

Nach diesem Besuch fuhren wir weiter zur Mittagsrast ins „Kocherwerk“ bei Forchtenberg-Ernsbach. Beim Losfahren stellte sich heraus, dass das Einparken flott ging, das Abfahren jedoch nicht ganz so. Der Grund war schnell gefunden: Ein anwesendes Paar, das mit einem schwarzen Coupé angereist war, fand das Rahmenprogramm zur Würth-Schrauben-Geschichte wohl besonders interessant. Genauer gesagt, einer der vier Reifen des Coupés fand eine Schraube so spannend, dass er sie unbedingt mitnehmen musste – feststeckend im Reifen. So konnte ich kurz die Fahrzeuge durchzählen: 14 Coupés, darunter sechsmal ein 3.0-Liter, dreimal ein 2.8er und fünf M-Coupés – im Schnitt also mehr als drei Liter Hubraum, plus ein Coupé ohne Dach.

bild 11

Im Auto war es mittlerweile schön warm – ohne Klimaanlage und Fahrtwind bei fast 30 Grad.

bild 12

Weiter ging es über Landstraßen, dann etwas langsamer über eine neu geteerte Straße mit frischem Splitt. Das Tempo zog danach wieder an, und wir konnten größtenteils geschlossen an einem Seat-Fahrer vorbeiziehen. Dieser war etwas aufgebracht und versuchte zu überholen, gab es jedoch nach zwei, drei vergeblichen Versuchen auf. Laut Berichten war im Rückspiegel zu sehen, wie er förmlich ins Lenkrad biss.

Im „Kocherwerk“ angekommen, nahmen wir draußen unter Sonnenschirmen Platz und lauschten Richys Geschichte über Götz von Berlichingen und Maultaschen, auf die wir bereits warteten. Diese waren sehr lecker und tatsächlich mit Hackfleisch gefüllt, obwohl an meinem Tisch mehrmals nachgefragt wurde, um sicherzugehen. Das „Kocherwerk“ hat ebenfalls eine interessante Geschichte und ist einen Besuch wert, besonders wegen der Ausstellungen zur Historie des Gebäudes. 1898 produzierte die Firma Arnold in diesem alten Mühlengebäude die ersten industriell gefertigten Schrauben.

bild 13 bild 14 bild 15

Um 12:40 Uhr ertönte das Signal – die Hupe – und es hieß: „Ladies and Gentlemen, start your engines!“

Unsere Fahrt führte uns als nächstes zum Kloster Schöntal, ein weiteres echtes Highlight auf der Strecke. Schon auf dem Weg dorthin begleitete uns der Name Künzelsau, und mit ihm die Jagst, die in der kommenden Stunde eine immer dominantere Rolle spielen sollte. Wir durchquerten Berlichingen – ein kleines Örtchen, das trotz seiner Größe viel Geschichte bietet. Sogar ein alter Traktor stand am Straßenrand, den wir dank Funk schnell überholen konnten.

Dann tauchte auf der rechten Seite das Kloster Schöntal auf, und zu unserer Freude durften wir es langsam durchfahren. In gemächlichem Tempo bewunderten wir die beeindruckenden Gebäude – ein kleines Stück Kultur „to go“, wie über Funk angekündigt. Damit, so hieß es, seien auch 90 % der Kultur für diesen Tag abgehakt – ab jetzt hieß es: fahren!

bild 16 bild 17 bild 18

Schnell durchquerten wir weitere Ortschaften und genossen die perfekt ausgewählten, abgelegenen Straßen, fernab vom Verkehr. Plötzlich Stopp: Ein weißer M-Coupé ohne Strom. Mit einer kleinen Starthilfe ging es weiter, und über Funk kam der Scherz: „Britta, diesmal war es nicht deiner.“ Der M machte Spaß, sorgte aber wie immer für einen Hauch Nervenkitzel.

bild 19 bild 20 bild 21

Weiter ging es Richtung Künzelsau, einem Namen, der uns immer wieder begegnete. Wir umfuhren eine frisch gesplittete Straße und landeten auf einer etwas holprigeren Route – nicht im besten Zustand, aber mit einem fantastischen Blick über die Landschaft. Wieder tauchte die Jagst auf, die wir mehrfach überquerten. Doch dann, plötzlich, bogen wir in die entgegengesetzte Richtung ab – Künzelsau adieu, Jagst grüß Gott! Wenig später erreichten wir eine alte Holzbrücke, die Archenbrücke aus dem Jahr 1822. Hier war bereits die Presse vor Ort, um weitere Aufnahmen für uns zu machen. Es war 14 Uhr, und die Temperaturanzeige im Auto zeigte satte 35 Grad. Passend dazu kam über Funk ein Dankeschön für die herrliche Strecke mit der wunderbaren Aussicht.

bild 22 bild 23 bild 24 bild 25

Wir fuhren weiter über die alten Straßen und passierten erneut die Jagst, die an dieser Stelle, mit einer schönen Steinbrücke, deutlich breiter wurde. Kurz vor Bächlingen gab es ein Staubecken mit einem kleinen Wasserfall – eine malerische Szene. Auf einer Anhöhe konnte man einen Turm sehen, von dem es hieß, dort gäbe es hervorragende Cocktails und einen fantastischen Blick über die Landschaft.

Unser Weg führte uns nach Vellberg, vorbei an unzähligen Dörfern mit interessanten Namen. Unterwegs sahen wir die imposante Kochertalbrücke von unten – eine wirklich beeindruckende Konstruktion mit einer Höhe von 178 Metern. Doch die alte Straße, auf der wir uns befanden, bot einen viel schöneren Anblick als die Fahrt über die Brücke selbst.

Nach Cröffelbach wurde die Strecke noch reizvoller – eine wirklich fantastische Tour. Hier schien oft und viel gefahren zu werden, wie die unzähligen Bobbycars an den Ortseingängen zeigten, die zur Geschwindigkeitsreduzierung mahnten. In Vellberg parkten wir zügig, zunächst in der Sonne, bis die Ersten auf das kostenlose Parkhaus auswichen, um nach dem Aufenthalt in angenehm kühlen Fahrzeugen weiterzufahren.

Hier hatten wir einen weiteren Aufenthalt und konnten uns die Burg mit ihren alten, kühlen Wehrgängen und ihrer faszinierenden Geschichte ansehen. Ich entdeckte ein Atelier, betrieben von einer Künstlergemeinschaft, die viele schöne Werke ausstellte. Am Eingang prangerte ein Steinschild mit der Aufschrift:

TAGE DER REDUZIERTEN WAHRHEIT
AM 1. APRIL 1968 HABEN WIR IN DIESEM HAUSE DEN RITTERORDEN VOM KRUMMEN BALKEN GEGRÜNDET UND DAS VELLBERGER LÜGENBEUTELFEST INS LEBEN GERUFEN.
DAS ERSTE FEST SEINER ART IN DEUTSCHLAND…


bild 26 bild 27 bild 28 bild 29

Um 15:30 Uhr ging es weiter, teilweise mit dem abgekühlten Coupé aus dem Parkhaus. Wir fuhren durch kleine Ortschaften und über großartige, abgelegene Straßen. Beim Überqueren einer der nächsten Steinbrücken war die Presse erneut vor Ort und hielt weitere Erinnerungen für uns fest. Von Merkelbach aus ging es hoch und runter, rechts und links durch die malerische Landschaft, vorbei an Schildern, die vor gefährlichen Kurven warnten – genau die Schilder, die wir so lieben.

bild 30 bild 31 bild 32

Unser letzter Stopp war der Altenbergturm. Einige von uns erklommen die 201 Stufen bis zur Spitze, um den atemberaubenden Ausblick über das gesamte Gebiet zu genießen. Der frische Wind auf 564 Metern Höhe machte den Aufstieg doppelt lohnend. Unten angekommen, wartete erfrischendes Wasser auf uns, bereitgestellt von Richy, der eine Kühlbox dabeihatte.

bild 33 bild 34 bild 35 bild 36

Schließlich fuhren wir weiter über eine idyllische Landstraße, die eigens für uns ausgeschildert war und in goldenes Licht getaucht wurde, als die tief stehende Sonne die Vegetation noch einmal aufleuchten ließ. Um 17:43 Uhr rollten wir die Schönblickstraße entlang, zurück zu unserem Hotel, und sahen den Hotelturm, den wir am Morgen im Rückspiegel hinter uns gelassen hatten, wieder vor uns auftauchen. Alle waren wohlbehalten zurück.

bild 37 bild 38 bild 39 bild 40

Es war ein großartiges Wochenende – danke an alle!

Michael Wüsten

„… und nur wenige Tage später konnten wir uns über 563 tolle Fotos und 8 Filme von dieser großartigen Tour freuen. Vielen Dank an die Presse für dieses tolle Bild Material!

bild 41 bild 42