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Schweiztour 2003
17.365 Höhenmeter durch die Schweiz

Am Donnerstag, 17.07.03 um 9 Uhr trafen sich 16 Zettis am Autobahnrastplatz "Illertal" an der A7 zur Schweiz-Tour. Nach großem Hallo wurden alle Teilnehmer durch den Organisator Jörg Niemann sowie durch den 1. Vorsitzenden Uli Herzog bei regnerischen Wetter begrüßt. Jörg Niemann führte das erste Briefing durch, wobei uns der Tourablauf für diesen Tag erläutert wurde.

Gegen 9:45 Uhr starteten dann alle Teilnehmer Richtung Bregenz. Hier trafen wir auf einen weiteren Teilnehmer der Tour. Mit 17 Zettis und einem Gerücht, dass in 100 km die Sonne scheint, ging es durch den Pfändertunnel nach Österreich. Die Fahrt dorthin hätte man jedoch besser mit einem Schlauchboot bewältigt, denn es schüttete wie aus Kübeln.

Über die Autobahn ging es weiter in die Schweiz. Erst hier hatte der Wettergott ein Einsehen mit uns und wir konnten das Verdeck doch noch öffnen. Nach einer kurzen Rast an einem malerischen See ging die Fahrt weiter Richtung Klausenpass zum Panoramagasthof "Bergli", wobei uns leider das Panorama versagt blieb, da sich der Klausenpass in eine Nebelschwade hüllte.

Nach der Mittagspause fuhren wir die Klausen-Passstrasse hinunter Richtung Amsteg, wobei kriechen hier eigentlich richtiger wäre: Vor unserer Nase hing ein Schweizer Reisebus, der mit atemberaubenden 40 km/h dahinrauschte. Dies war unsere erste Begegnung mit dem "sturen" Bergvolk, das sich auch Schweizer nennt. Vom Bus endlich befreit, ging es dann über Göschenen zur Teufelsbrücke, wo wir einen kleinen Stopp einlegten.

Viele nutzen die Gelegenheit um Fotos vom rauschenden Fluss und der darüber gebauten Brücke zu machen. Früher glaubten die Leute, dass nur der Teufel selbst diese Brücke hoch über den reißenden Fluten hätte erbauen können. Schwer beeindruckt und halb erfroren ging es weiter nach Andermatt. Dort ließen wir in der einzigen Tankstelle am Ort die Kasse so richtig klingeln.

Da nur immer zwei Autos auf einmal tanken konnten, warteten wir aufgereiht wie die Hühner auf der Stange auf einem nahegelegenen Parkplatz, bis wir an der Reihe waren. Frisch aufgetankt von Super (und) Sonne ging es dann über den Oberalppass in unser Hotel "La Cruna" in Sedrun.

In unmittelbarer Nähe des Hotels hatte die Gemeinde exklusiv für uns einen Parkplatz abgesperrt, so dass wir unsere Zettis gut aufgehoben wussten. In der "Krone" bezogen wir unsere geschmackvoll eingerichteten Zimmer und machten uns und teilweise auch unsere Zettis wieder frisch.

Um 19 Uhr hatten wir erstmals Gelegenheit die fantastische Küche des Hotels mit einem 4-Gänge Menü in der Tavetscher Gaststube "En CaŽnossa" von anno 1796 zu genießen. Zu dieser Gelegenheit fanden sich auch die letzten noch fehlenden Tourteilnehmer ein. Anschließend hatte jeder Gelegenheit bei einem Gläschen Grappa aus der reichhaltigen Hotelbar auch neue Mitglieder im Club zu begrüßen.

Für diejenigen, die sich lieber von der anstrengenden Anreise entspannen wollten, stand - wie jeden Tag - die finnische Sauna, das türkische Dampfbad, die Erlebnisdusche und ein Ruheraum kostenlos zur Verfügung.

Am Freitag ging es bei herrlichstem Wetter und hochsommerlichen Temperaturen nach dem reichhaltigen Frühstück zu Fuß zur größten Tunnelbaustelle der Welt (Alptransit). Dort besichtigten wir in zwei Gruppen die Ausstellung und die Baustelle. Doch bevor es mit einer kleinen Bahn in den Tunnel ging, wurden wir komplett ausgestattet mit Helm, Regenschutz, Gummistiefel und Personensprechanlage (und manche Teilnehmer sahen "Calimero" nicht unähnlich). Gegen 12 Uhr ging es zurück ins Hotel, um dort unsere reichhaltigen Lunchpakete abzuholen und nach einem kurzen Briefing unsere erste Tour unter die Räder zu nehmen.

Diese ging über den Oberalppass Richtung Andermatt über den Furka- und Nufenenpass. Nach einer kurzen Kaffeepause ging es weiter Richtung Airolo um nach einem kurzen Stück Autobahn den Paso del Lucomagno in Angriff zu nehmen. Auf der Passspitze trennten wir uns, um entweder die Vermessungsanlage des Alptransit zu besichtigen oder gleich die individuelle Heimreise ins Hotel anzutreten.

Nicht wenige testeten hierbei die Kurvenlage ihres Zettis aus. Eilig hatten wir es trotzdem nicht, da das Abendessen verschoben wurde; unser Hotel richtete sich komplett nach unserem Bedürfnissen. Während die weiblichen Teilnehmer den Zeitaufschub nutzen, um sich frisch zu machen, waren die Männer damit beschäftigt ihre Zettis wieder auf Vordermann zu bringen: Tankstelle und Waschanlagen erfreuten sich großer Beliebtheit.

Um 20 Uhr trafen alle wieder zusammen um auch an diesem Abend die vorzügliche Schweizer Küche zu genießen.

Der Wettergott hatte auch am nächsten Tag seinen Z3 aus der Garage geholt, um mit uns bei strahlendem Sonnenschein die Tremola, die alte gepflasterte und die neue geteerte Sankt Gotthard-Straße unter die Räder zu nehmen. In Andermatt begegneten wir zum ersten mal der fünfspännigen Postkutsche, die im Sommer täglich von Andermatt auf den Sankt Gotthard und über die Tremola nach Airolo fährt.

Auf dem Sankt Gotthard besuchten wir das eisig-kalte Militärmuseum, das als Teil der Gotthardbefestigungen 1894 bis 1947 durch eine verstärkte gemischte Festungsartillerie-Kompanie bemannt war. Hier konnten wir nicht nur Waffen, Ausrüstung und Uniformen aus dieser Zeit besichtigen, sondern auch Toiletten und Schlafunterkünfte. Ob es an der frisch geputzten Scheibe oder an der puren Neugier lag, weiß man nicht, Fakt ist jedoch, dass hier ein Tourteilnehmer mal wieder mit dem Kopf durch die Wand respektive die Scheibe wollte ;-)

Anschließend ging es dann zum Sankt Gotthard Geschichtsmuseum, dessen Besichtigung sich für die meisten Teilnehmer zu sehr in die Länge zog, so dass sie sich lieber auf dem Parkplatz in der Sonne aalten, die herzhaften Handwürste mit Senf aus dem wieder mal wundervollen Lunchpaket mampften oder das Versorgen der Pferde der Postkutsche, die mittlerweile auch angekommen war, verfolgten.

Frisch gestärkt ging es gegen 14 Uhr dann Richtung Furkapass zum Rhonegletscher. Er ist der einzige Gletscher in Europa, bei dem es möglich ist mit dem Auto fast bis ans Eis heranzufahren. Doch wir konnten dieses Naturereignis nicht nur von außen sondern auch von innen bestaunen: Ein jährlich sich ändernder Gang gab uns Gelegenheit tief in das jahrtausend alte Eis zu spazieren und uns von den faszinierenden Blautönen in den Bann ziehen zu lassen. Man munkelt, dass ein Teilnehmer anschließend ein Glöckchen tragen musste um wieder aus der Trance zu erwachen.

Nach der Besichtigung ging es auf den Grimmselpass zum Murmeltierpark. Beim Anblick der kleinen Nager fielen viele "Oohs!" und "Süüüüss!" aber auch Bemerkungen wie: "Dem sollten wir mal Zahnpasta mitbringen, der hat ganz gelbe Zähne!".

Nach einer kurzen Pause ging es dann Richtung Sustenpass zum Steingletscher. Dort hatten wir Gelegenheit 4 (!!!) Gletscher auf einmal zu besichtigen, wobei dies nicht alle Teilnehmer in Anspruch nahmen, da es sich um eine Privatstrasse handelte, die zum Teil nicht befestigt war, und doch ein paar Angst um ihren Zetti hatten.

10 Zettis nahmen dennoch die Fahrt auf, um sich das einmalige Erlebnis nicht entgehen zu lassen. Auf dem Weg zu den Gletschern mussten wir wegen einer Kuhherde halt machen, die in der Melkanlage neben der Straße gemolken werden wollte. Begleitet wurden diese Damen von einem stattlichen Herrn, dessen Gehänge so manchen Teilnehmer - aus was für Gründen auch immer - rot anlaufen ließ. Während wir diese Naturschauspiele bewunderten hatten die restlichen Teilnehmer Gelegenheit in der Sonne einen Kaffee zu genießen. Verziert mit Schlamm, Kuhsabber und Schlimmeren aber dennoch glücklich ging es dann über den Sustenpass und einem Zwischenstopp an der Teufelsbrücke Richtung Andermatt, um über den Oberalppass wieder zu unserem Hotel in Sedrun zu gelangen. Frisch gewaschen und umgezogen traf man sich an diesem Abend nicht wie gewohnt im Speisesaal, sondern zuerst zu einem Sektempfang im Billardzimmer.

Der Organisator Jörg Niemann lobte alle für ihr vorbildliches Verhalten und Disziplin beim Fahren. Gleichzeitig wurde auch die Tour offiziell in der Schweiz beendet bevor es zum Abendessen ging, das wieder einmal hervorragend war.

Am Sonntag machten sich alle Teilnehmer nach dem Frühstück auf, entweder um die individuelle Heimreise anzutreten oder die Schweiz auf eigene Faust noch ein, zwei Tage zu erkunden. Für alle jedoch wurden diese vier Tage zu einem Kurzurlaub, den sie so schnell nicht vergessen werden.

Daniela Keil

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