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Toskana / Mille Miglia - Tour 2025



Teil I

Wir schreiben das Jahr 2025, das Pfingstwochenende neigt sich dem Ende, die Spannung steigt, denn der Countdown bis zum Start zur Mille Miglia / Toskana - Tour des Z3-Clubs läuft.

Die Liste mit den Utensilien für Koffer, Kofferraum und diverse Fächer und Stauräume im Roadster ist -hoffentlich- komplett.

Habe ich an alles gedacht, was für die lange Tour wichtig erscheint? Ich bin zuversichtlich, denn es ist gefühlt die 33ste Tour mit dem Z3- Youngtimer in den vielen Jahren der Clubzugehörigkeit. Zwei Nächte noch im heimischen Bett schlafen, dann geht es los.

Am Mittwoch nach dem Frühstück starten wir Richtung Bodensee zur ersten Etappe der Anfahrt, um in Röthis am Arlberg eine Nacht zu verbringen. Dort treffen wir uns, wie geplant, mit Sabine und Peter. Voller Elan und ausgeruht starten wir am Donnerstag über die Schweiz und Liechtenstein, um uns später in das italienische Autobahnchaos zu stürzen. Von der Alternativroute abseits der Autobahn, über die Poebene, wurde uns abgeraten.

Hinter Florenz verlassen wir die Autobahn und es geht entspannt über idyllische Landstraßen die letzten 25 km zum Weingut Corte die Valle, wo bereits ein paar Zettis vor uns eingetroffen sind. Wir beziehen unser Zimmer und genießen erstmal den traumhaften Ausblick auf die Weinberge und auf das Dorf vis a vis. Ruth hat das Weingut wirklich perfekt ausgesucht!

Mittlerweile sind fast alle Teilnehmer der Tour eingetroffen, man begrüßt sich herzlich und tauscht sich über die lange Anfahrt und die ersten Eindrücke aus. Nach dem Abendessen mit köstlichem Wein der Region endet der Tag gegen Mitternacht in geselliger Runde.

Freitag, 14.06.2025

Nach dem Frühstück und dem Briefing zur Tagestour “Tipico Chianti“ starten wir mit 15 Zettis etwas “holprig”, da ein Beifahrer fehlt. Kein Problem, die Strecke ist, dem vorbildlichen Roadbook sei Dank, bekannt und der Nachzügler schließt bald auf.

Die Strecke führt uns durch Greve und Panzano mit herrlichem Panoramablick über Weinberge, Dörfer und Hügel. Schon bald durchfahren wir Castellina in Chianti und es überkommen uns sentimentale Gefühle mit Erinnerungen an einen Urlaub vor 25 Jahren mit unserem Fiat Oldie 124 Spider.

Über kurvenreiche Straßen erreichen wir unser erstes Etappenziel Monteriggioni, errichtet auf einem Hügel mit Festungsanlage aus dem 13. Jahrhundert. Von der heute noch begehbaren Stadtmauer hat man einen großartigen Ausblick. Wir schlendern durch den Ort und erfreuen uns an vielen kleinen Ladenlokalen und Bars. Nach einer Erfrischung treffen wir uns am Parkplatz vor der Stadtmauer und weiter geht's nach Radda. Auch dort nehmen wir die Eindrücke alter Architektur während eines Stadtbummels auf und stärken uns zur Mittagszeit in einer der vielen kleinen Bars.

Da die ungewohnt große Hitze nicht allen wohl bekommt, wird nach Rücksprache beschlossen, die Tagestour zu kürzen und den Nachmittag am erfrischenden Pool des Weinguts zu verbringen. Viel Freude bereitet uns auch der Besuch von Bella, einer jungen Labrador-Hündin, die am liebsten auch ins Wasser hüpfen würde.

Samstag, 15.06.2025

Nach einem kurzen Briefing starten wir pünktlich kurz nach 9 Uhr nach San Gimignano. Das “Kolonne fahren” ist zur Routine geworden. Wir fahren über viele kurvenreiche Nebensträßchen, durch Wälder und kleine Dörfer, und sind immer wieder vom Panoramablick überwältigt. In San Gimignano angekommen, parken wir unterhalb der Stadt, da diese von Touristen stark frequentiert wird. Was uns dort geboten wird, lässt den kleinen Fußmarsch schnell vergessen. Ein seit 30 Jahren stattfindendes Fest, “Ferie delle Messi”, im mittelalterlichen Stil entschädigt für alle Strapazen in der brutalen Hitze. Ritterumzüge, Tänze, musikalische Darbietungen sowie weitere künstlerische Vorführung ziehen uns in ihren Bann und sind ein kulturelles Highlight der Tour. Außerdem gibt es zeitgenössisches Kunsthandwerk, mittelalterliches Bogenschießen und kulinarische Köstlichkeiten zu bestaunen und genießen. Jeder bleibt solange er mag. Auf die geplante Fahrt nach Siena wird wegen der Hitze verzichtet. Die Rückfahrt zum Weingut erfolgt individuell. Unser Navigationssystem führt uns wieder über kleine Sträßchen mit wunderschönen Ausblicken, sodass wir die Rückfahrt trotz der Hitze genießen können.

Eine erfrischende Stunde im und am Pool mit Bella und anderen Wasserratten und schon waren wir wieder fit für das schmackhafte drei Gänge Abendessen mit köstlichem Hauswein.

Sonntag, 15.06.2025

Die geplante Sonntagstour durch den Nationalpark Foreste Casentinesi wird wegen einer Motorsportveranstaltung und gesperrten Straßen auf den Dienstag verlegt. Alternativ findet eine Tour mit Besichtigung kleiner Ortschaften der Region statt, welche allerdings in zwei Gruppen durchgeführt wird. In Gruppe 1 wird gemütlich gefahren, in Gruppe 2 etwas fahrintensiver. Wir haben uns, wer uns länger kennt, ahnt es schon, Gruppe 2 angeschlossen. Die grobe Fahrtrichtung ist “Grosseto”, und es geht zügig mit nur vier Zettis über kaum befahrene Straßen durch Wälder und über Hügel fast bis zur Riviera Küste. Die Mittagspause findet in einem typisch italienischen Ort ohne Touristen (Roccastrada) in einer rustikalen Bar statt. Es gibt Panini, Kaffee und Erfrischungsgetränke und danach eine Ortsbesichtigung, die uns ordentlich Fußarbeit in der Mittagshitze abverlangt, aber dafür mit einem grandiosen Ausblick belohnt wird. Danach geht es Richtung Volterra mit reizüberflutenden herrlichen Blicken auf die imposante Landschaft und natürlich vier hübschen Roadstern. Auf einem Streckenabschnitt mit hohen Anforderungen an das Fahrwerk passiert es dann: der vorausfahrende Zetti verliert das hintere Kennzeichen, welches scheppernd auf die Fahrbahn fällt. Wir können gerade rechtzeitig anhalten, bevor das Blechschild unter unsere Räder gerät. Ein Funkspruch veranlasst das Quartett, nach ungläubigen Rückfragen zum Geschehenen, augenblicklich anzuhalten. Glücklicherweise ist die Straße wie ausgestorben, so dass wir das Kennzeichen gefahrlos einsammeln können. Mit Panzertape wird das Schild fixiert, welches, unseres Wissens, bis zum Heimatort seine Position nicht mehr verlässt. Der Z3- Technikrunde sei Dank, hat jeder etwas an Bord, was bei kleineren Reparaturen hilfreich sein könnte. Wir setzen unsere Fahrt fort, vorbei an Massa Marittima und Volterra, sodass wir rechtzeitig zum Abendessen wieder am Weingut ankommen, nicht ohne vorher den Treibstoff für den nächsten Tag zu bunkern.

Der Tag klingt wieder in gemütlicher Runde spät abends aus.

Das erste Drittel des Tourberichts ist vollbracht, der nächste Teil folgt sogleich.

Vielen Dank an Ruth für ihren Dauereinsatz und ihre grandiose Planung

Antje & Jörg Rohde

Teil II

16.06.2025:

Nach dem gemütlichen Frühstück treffen wir uns – wie auch an den anderen Tagen – um 09:15 Uhr zum morgendlichen Briefing vor Ruth’s Appartement unter schattenspendenden Bäumen.

Heute stehen ca. 243 km Tageskilometer auf dem Plan. Die Fahrt geht zu dem Kloster La Verna, einem Wallfahrtsort der Franziskaner durch Franz von Assisi erbaut.

Wir cruisen mit 15 Zetties über kurvige Straßen vorbei an Zypressenalleen durch traumhaft malerische Landschaften mit Hängen von Weinreben und kleine Städtchen „mit alten Steinen“ wie Ruth über Funk äußert. 😊

Die Fahrt geht über Greve – Dudda (ja, ich denke an „du da mit dem Eierkopf“) – Figline (Ruth zeigt uns das Weingut von Sting) – Reggello durch den „Zauberwald“ von Vallombrosa, wo wir eine kleine Rast einlegen.

So stelle ich mir den Wald in Kanada vor. Ruth hatte morgens beim Briefing berichtet, dass die Wälder für den Hausbau in der Toskana angepflanzt worden sind. Viel Wald mit angenehmen 24 Grad C und 900 Höhenmetern sind wir der Hitze entflohen.

Durch diverse Kreisverkehre und -über Funk immer in Kontakt schlängeln wir uns problemlos weiter durch den italienischen aufregenden Verkehr. Ein schönes verbindendes Gefühl – 15 Zetties vereint.

Über Poppi – Bibiena kommen wir gegen Mittag an der Klosteranlage „La Verna“ an. Das Kloster zeigt sich schon von weitem und präsentiert sich in voller Größe über 1000 m Höhe am Hang. Hier haben wir ausgiebig Zeit uns die Anlage mit ihren diversen Kirchen und Heiligtümern anzuschauen.

Nach den letzten Tagen des gemeinsamen Abendessens, nehmen wir hier heute im Kloster das Mittagessen gemeinsam in der Küche der Franziskaner Mönche ein. Emsige Italienerinnen servieren uns an einfachen Holztischen Pasta als Vorspeise und Pommes Frites mit Hähnchen als Hauptgang. Ein Gläschen Weißwein darf dazu für uns nicht fehlen. Damit wir nicht ins „Suppenkoma“ fallen gibt es noch einen Espresso zum Dessert.

Wir treffen uns zu einem schnellen Gruppenfoto (ohne Zetties) und Ruth ruft zu einer kleinen Lagebesprechung auf. Die 15 Zetties trennen sich schweren Herzens in 3 Gruppen auf.

Die „Heizer“, die zügig sich über die kurvigen Landstraßen schlängeln.
Die „Genussfahrer“, die gemütlich über die Landstrassen cruisen.
Die „Solofahrer“, die über die Autobahn schnell wieder auf unserem Weingut ankommen möchten und die Ersten am Pool sein werden. 😊

Gegen 18:00 Uhr fahren alle wieder auf unserem Weingut ein. Bevor es um 19:00 Uhr zur Brotzeit geht, nutzen einige den Pool und andere die angebotene Technikstunde von Richie, um ihre Zetties auf ihren Zustand zu überprüfen.

Bei einem genüsslichen Glas Chianti lassen wir den Abend mit unseren Eindrücken des Tages ausklingen und sagen unserem Zetti nochmal „buona notte“.

17.06.2025:

Der heutige Sonntag lädt einige Zetties zur Ruhe ein. So starten wir mit 9 Fahrzeugen in die Berge über alte Passstraßen und freuen uns auf einen weiten Blick in die Landschaft. Für uns ist es der kühlste Tag der Reise und wir werden noch überrascht, was der Tag uns zeigen wird.

Wir „gleiten“ über schon altbekannte kurvige Strecken Greve – Dudda 😊 nach Figline. Immer über Funk verbunden und wie Glieder einer Kette fühlen wir das Zusammengehörigkeitsgefühl. Wieder geht es durch diverse Kreisverkehre Richtung Reggello. Nach einem kurzen Zwischenstopp geht es wieder weiter Richtung Valombrosa durch den verwunschenen Wald, wo eigentlich die Hobbits gleich aus ihren Verstecken auftauchen müssten.

17,5 Grad C…. es hat sich deutlich abgekühlt und ich fange an zu frieren. Viel zu dünn angezogen stelle ich heimlich die Sitzheizung an… pssst! Dazu stellt sich noch leichter Nieselregen ein und lässt den Durchblick der Windschutzscheibe etwas klarer werden. Der Saharastaub der letzten Tage wird langsam aber sicher abgespült. Durch die feuchten Straßenzüge fahren wir etwas gemächlicher.

Nach ca. 110 gefahrenen km machen wir an einer Bikerranch eine kleine Pause – zum Aufwärmen😊 und zum Verdeckschließen ☹, denn es regnet!! In geschlossener Formation und weiteren km im Regen über den Passo Murraglione erreichen wir unser Mittagsziel … die Bar Cavallino. Hier treten wir in eine typische italienische alte Bar am obersten Punkt des Passo, wo uns bei sonnigem Wetter ein traumhafter Ausblick ins Tal erwarten sollte, wie uns von Ruth vorgeschwärmt wird. Stattdessen geniessen wir gemütlich unsere vorbestellten köstlichen Paninis in der Bar bei Espresso, Cappuccino und Cola im Warmen.

Zum Schluß fragt Ruth die Wirtin, ob alle ihre Rechnungen bezahlt hätten… darauf antwortet sie, dass sie das nicht wüßte. Dafür wäre jeder selbst verantwortlich…. Sehr süß und vertrauensvoll! Natürlich wurden alle Rechnungen beglichen und sicher hat die Bar ein dickes Geschäft gemacht. Ich denke, mindesten jeder 2te Zetti wurde noch mit mindestens 3 kg Honig bestückt, der dort direkt vom Erzeuger verkauft wurde.

Draußen sehen die Zetties im Regen fast ein bisschen traurig aus und warten auf Bewegung.

Also geht es weiter! Wieder auf der Straße geht es durch diverse Haarnadelkurven Richtung Adria…. 😊 sofort wird mir wärmer um’s Herz… Sonne, Strand, Meer… Leider biegen wir kurz vor der Küste ab und fahren wieder Richtung Corte di Valle, unserer Wahlheimat. Über den Wolken bzw. durch die Wolken schwingen wir durch die Kurven. Dem einen oder anderen könnte die „Seekrankheit“ packen bei so viel Kurverei. 12 Grad C und schon über 200 km gefahren halten wir tapfer durch. So viele Kurven – da kommen selbst die Alpen nicht mit.

Im Tal bei 23 Grad C sind die Zetties immer noch geschlossen – „Weicheier“ denn alle wollen ihr Dach trocknen lassen – wer weiß das schon! 😊 Nach 250 km lacht die Sonne uns endlich wieder zu und die Zetti`s möchten das Dach geöffnet haben. So fahren wir durch Olivenhaine und Weinstöcke durch das Chianti – herrlich! Wir erhaschen sogar einen kurzen Blick auf die Kuppel des Domes in Florenz. Ein Tankstopp und es geht zurück auf das Weingut.

Hier erwartet uns ein letztes Abendessen mit 4 Gängen (Melonengazpacho, Nudeln mit Pesto, Hackbällchen mit Tomatensauce und Chiabatta und die langersehnte Panna cotta 😊) Das wichtigste kommt immer zum Schluß!! Nicht das Dessert ist gemeint, sondern das DICKE DANKESCHÖN an Ruth. Jens-Holger hält eine kleine Rede verbunden mit einem 5-l-Kanister Olivenöl, der extra für Ruth auf dem Weingut gepresst wurde, als Geschenk. Ludger hat vorher grünes Licht gegeben, dass im Coupé noch Platz ist. Der Abend klingt mit Chianti und etwas Wehmut aus, denn diesen Blick in die Toskana werden wir vermissen.

18.06.2025:

Heute findet für viele Zettis das eigentliche Highlight der Reise statt… die Begegnung mit den Oldtimern der Mille Miglia!! Wir verabschieden uns von dem traumhaften Blick „unseres“ Weingutes und machen uns gegen 09:30 Uhr auf den Weg zur ersten Begegnung.

15 Zetties sagen „Ciao“ und fädeln sich hintereinander gereiht auf der Straße auf. Bald tauchen schon die ersten Schilder der Mille Miglia auf. Wir sind auf der richtigen Fährte und die Aufregung steigt! Die Vorhut kommt uns entgegen und wir suchen einen geeigneten Parkplatz, um unsere Zetties zu parken.

Kaum haben wir die Autos geparkt, kommen die ersten Schätzchen an uns vorbei. Sehr chic und passend gekleidete Teilnehmerinnen und Teilnehmer winken uns zu. Ein echtes Spektakel! Eine Italienerin neben uns ergattert ein paar Fähnchen, die sie mit uns teilt. Das Mille Miglia Fieber hat uns gepackt!!

Doch wir wollen weiter, denn abends sollten wir in Parma ankommen. Durch die jubelnden Dörfer geht unsere Tour weiter. Wir können es kaum fassen, dass uns immer wieder die „Rennwagen“ der alten Schule der Mille Miglia entgegenkommen und für uns zum Greifen nah sind! WOW!! Damit hatte keiner gerechnet! Wir parken nochmal an einem Berghang und können unser Oldtimerglück kaum fassen. Fast möchten wir gar nicht mehr weg.

Doch der Hunger und die vor uns liegende Strecke treiben uns weiter. Kreisverkehre gehören ja mittlerweile zu unserem täglichen „Geschäft“. Dieses Mal sind es gefühlt 20 an der Zahl durch die wir gekonnt und routiniert fahren. In einer Tiefgarage an einem Supermarkt finden wir einen kühlen Ort, um uns und die Zeitties abzukühlen und unseren Appetit zu stillen.

Bei ca. 31 Grad C tut eine Pause mit Cafe Crème (ital. Softeis) sein Gutes und läßt den Geist wiederbeleben! Anschließend geht es bei Bologna für ca. 1,5 Stunden auf die Autobahn nach Parma. Die Zetti-Kette drifftet etwas auseinander, allerdings schaffen wir es uns alle auf der Autobahn wieder zu treffen und wieder hintereinander zu reihen. Wir gehören doch schließlich zusammen! 😊

Im Hotel angekommen, stehen die Zetties in der kühlen Tiefgarage und wir beziehen unsere Hotelzimmer. Man trifft sich in kleinen Gruppen und sucht in der Nähe Plätze für das Abendessen. Für die einen ist es die Pizzeria für die anderen die L’Osteria, wo man sich nieder und den Abend ausklingen läßt!

Jens-Holger Hepke

Teil III

Für Donnerstag hieß das Motto: AUTOMUSEEN

Wir fuhren nach Modena und besichtigten gleich zwei Museen. Tolle Auswahl- und Neuentdeckungen.

Zuerst besichtigten wir das neu errichtete Panini Motor Museum. Eine private Maserati Sammlung von Umberto Panini auf einem modernen Gelände – wir waren die 12. Besichtigungsgruppe laut Gästebuch und konnten die Ausstellung vor der eigentlichen Eröffnung im September dieses Jahres bestaunen.

Sehr schöne ausgesuchte und exklusive Exponate, die großzügig in der neuen Halle auf uns warteten. Ein Maserati 6C/34 von 1934, ein Maserati TIPO 63 Birdcage von 1961 und viele mehr waren hier zu bestaunen.

Eine tolle Sammlung.

Nach einem Boxenstopp im kühlen Einkaufszentrum, währenddessen Ruth und Ludger (bedauernswerterweise) unterwegs waren, um Autobahngebühr-Strafzahlungen zu vermeiden, durften wir die nächsten Oldtimer besichtigen.

Dieses Mal in Modena im Stanguellini Museum. Mit einer umfassenden Führung und vielen Hintergrundinformationen kamen wir voll auf unsere Kosten beim Anblick dieser tollen italienischen Stanguellini Rennwagen und den exklusiven Exponaten aus der persönlichen privaten Sammlung der Inhaberfamilie.

Unsere Rückkehr fernab der Autobahn auf einer Landstraße gestaltete sich etwas nervig, aber der schöne Abend in unserem Platz an der Sonne entschädigte uns.

Im Park am Hotel konnten wir dann noch ein Absacker Bier genießen und beendeten den Abend lustig und unterhaltsam.

Am Freitag mussten wir dann eine Auszeit nehmen und verabschiedeten uns von den begeisterten Tour Fahrern.

Wir besichtigten tagsüber die Stadt Parma mit all ihren Sehenswürdigkeiten in der Altstadt und genossen ein authentisches Lokal zu Mittag.

Wir begegneten überall der Mille Miglia:
Beifahrerinnen von Mille Miglia Teilnehmern, die uns begeistert die Parkplätze der Autos für die Nacht angaben, Barbesitzer, die Mille Miglia Fähnchen verteilten, Bautrupps, die nachmittags noch eine Auffahr-Rampe für die Oldtimer betonierten und ein Stanguellini Rennwagen, der extra herbeigeholt worden war, um die Auffahrt auch noch zu testen. Und das alles kurz vor Ankunft der ersten Mille Miglia Teilnehmer. Das ist Italien 😊

Eine kleine Gruppe von unermüdlichen Fahrern machte sich nach dem Frühstück auf den Weg in Richtung Cisa-Pass, über den abends der Tross nach Parma einschwenken sollte. Kleine Straßen führten die Gruppe über den Apennin zu einer Mittagspause in einem kleinen, einheimischen Lokal, die die Kellnerin überraschte. 12 Personen wollten auf einmal was zu essen. Schnell wurden 2 alternative Gerichte „gezaubert“ und in einem authentischen Ambiente genossen.

Der Weg führte weiter über kleinste Passstraßen, vorbei an Bauernhöfen. Es hatte den Anschein, als wenn die Bergkühe erstmalig Autos erblickten.

Dann plötzlich die Ankündigung, dass eine Straße gesperrt sei. Zurück? Einen Riesen Umweg? Mit Blick auf die Zeit entschied sich die Gruppe, es „mal zu versuchen“. Tatsächlich, der Weg war auf einmal komplett versperrt, aber es schien, dass ein „Ausweg“ durch das Bergdorf mit Festung führte. Tatsächlich - es hat wirklich um Haaresbreite mit den Spiegeln rechts und links gepasst!

Zurück führte die Strecke wieder über den Cisa Pass. Diesmal kurz vor dem Tross der Mille Miglia und die Streckenposten hatten bereits alles für die Prüfungen aufgebaut.

Zurück in Parma fanden sich die beiden Gruppen teilweise wieder zusammen. Bei dem Gewusel bei Anbruch der Dunkelheit im Zieleinlauf in Parma, schaute jeder schnell individuell, wie und wo er mit den Teilnehmerfahrzeugen auf Tuchfühlung gehen konnte.

Während unserem Abendessen – dieses Mal fast alle am „Platz der Sonne“ – fuhren bereits diverse Autokolonnen am Innenhof des Restaurants vorbei. Wir konnten sie hören und sehen. Auch ein Genuss.

Die Aufregung wuchs und so machten wir uns die wenigen Schritte gen Stadtmitte auf und standen und saßen dann staunend am Straßenrand – der entgegen all uns bekannten Sicherheitsvorkehrungen – nicht abgesperrt war und begrüßten die ankommenden Mille Miglia Fahrerinnen und Fahrer mit jubelndem Applaus.

Und das alles buchstäblich hautnah- ohne merkliche Distanz fuhren die Autos an uns vorbei zwischen fahrradfahrenden Pizzaauslieferern, zwischen flanierenden Fußgängern und sehr nahe an den aufgestellten Tischen der Bars.

Überall wurde euphorisch geklatscht und die sichtlich von den Strapazen der Fahrten gezeichneten Fahrerinnen und Fahrer herzlichst bei der Einfahrt in Parma begrüßt.

Die letzten Teilnehmer müssten gegen 02.00 Uhr nachts angekommen sein – das haben wir aber nicht mehr live erlebt.

Einige Oldtimer waren in der Garage unseres Hotels geparkt und wurden nachts von Begleitfirmen repariert und geputzt und so standen sie dann früh am nächsten Morgen blitzblank zur letzten Etappe der Tour am Hoteleingang bereit.

Unsere Fahrzeuge wurden leider nicht mitgesäubert – wir nahmen den Staub der Toscana und der Stadt Parma mit auf unsere Rücktour am Samstag nach Hause.

Mit ganz vielen italienischen Auto und Landschafts-Impressionen gingen tolle Tage zu Ende.

Vielen lieben Dank an Ruth und Ludger, die alles so detailliert und fantastisch geplant und ausgearbeitet haben und Ruth, die immer wieder überprüft und angepasst hat, die geduldig auf alle einging, die abends noch die Strecken umgestaltet hat und die genau die passenden Streckenabschnitte in die Tour eingeplant hat. Es war einfach:

Mille fantastico !



Matina Ackermann

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