Wir haben mit Petra und Bernd vom 3. Juli bis 6. Juli 2025 eine tolle und interessante Tour im Bonner Raum verbracht. Sie haben für uns romantische Strecken durch das Rheinische Braunkohlenrevier und das Siebengebirge ausgewählt. Was wir so alles erlebt haben, könnt ihr hier nachlesen. Es werden bewusst nicht die befahrenen Straßen in ihrer Reihenfolge und die durchfahrenen herrlichen, zum Teil aber auch bereits verlassenen Orte dargestellt, das ist alles im perfekt gestalteten Roadbook enthalten. Hier möchte ich von den kleinen Begebenheiten ringsum berichten.
Auf der Anreise aus dem Süden haben sich sechs Teilnehmer mit ihren drei Fahrzeuge am bis dahin heißesten Tag des Jahres bereits in Bad Kreuznach getroffen. Nach dem Abendessen auf der Terrasse an der Nahe kam endlich mit einer starken Böe die Abkühlung und es war in den folgenden Tagen nie mehr so heiß. Mit vier Fahrzeugen fuhren wir am nächsten Tag zum Treffpunkt nach Bonn.
Donnerstag, 3. Juli; Der Ankunftstag
Unser Veranstalter-Paar Bernd und Petra hatten ursprünglich ein tolles Hotel am Rhein ausgesucht. Leider wurden die Umbaumaßnahmen in diesem Hotel nicht rechtzeitig fertig, so dass das Hotel abgesagt hat und die beiden kurzfristig für die große Gruppe aus 15 Fahrzeugen eine neue Unterkunft suchen mussten. So wurde es das Hotel Maritim im Bonner Regierungsviertel. Aus unserem Zimmer hatten wir den Blick auf das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, das Bundesministerium für Digitales und Verkehr, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und das Eisenbahn-Bundesamt. Wir saßen praktisch „im Zentrum der Macht“. Der Vorteil war, dass auch die Ministerien Sommerpause gemacht haben und es deshalb sehr ruhig war. Teilnehmer, die ihr Zimmer auf der anderen Seite des Hotels hatten, haben über Lärm der Eisenbahnzüge geklagt, die direkt unter dem Hotel durchfuhren. Die Tiefgarage des Hauses wurde anfangs nicht von allen Teilnehmern genutzt, da sie uns mit Euro 24,- pro Nacht teuer erschien. Vor dem Haus gab es genügend freie Parkplätze. Andererseits hatten unsere geliebten Zettis in der Garage ein sicheres und trockenes Zuhause.
Fast alle Teilnehmer waren zur vereinbarten Zeit eingetroffen und wurden mit einem Sektempfang im Freien an einem Springbrunnen begrüßt. Zum allgemeinen Briefing konnten wir uns an einer langen Tafel unter den Bäumen niederlassen. Es trafen sich viele bekannte Gesichter und es gab ein herzliches Hallo.
Später speisten wir als einzige Essensgäste des Hotels im riesigen Speisesaal. Es gab ein vorzügliches Drei-Gänge-Menü. Zum Abschluss wurde ein Z3-Kuchen mit Sternwerfern effektvoll serviert. In Anbetracht des für viele langen Anreisetages und der bevorstehenden Ereignisse wurde der Abend nicht besonders lang ausgedehnt.
Freitag, 4. Juli; Der Tagebau-Tag
Nach dem Aufstehen konnten wir die große Auswahl am Frühstücksbüfett genießen.
Pünktlich um 08.30 Uhr waren alle beim Briefing in der Hotelhalle. Es ging früh los, weil wir wegen des geänderten Hotels eine längere Anfahrt brauchten. Im Rheinischen Braunkohlegebiet bei Hambach erwartete uns der Geologe Sven von Loga, um uns durch die Geschichte des Rheinlandes vom Ur-Kontinent bis zur Entstehung der Braunkohle und deren Abbau bis heute zu führen. Interessant und unterhaltsam erklärte er uns die Braunkohlegeologie und die Millionen Jahre alten Ablagerungen am Rhein. Wir blickten in einen gewaltigen Tagebau mit riesigen Baggern, Radladern und Transportbändern. Da wir die ganze Szenerie nur vom Rand aus beobachten konnten, fühlten sich viele von uns wie Ameisen angesichts der gewaltigen Dimensionen dieses Braunkohlereviers. Danach fuhren wir weiter zum Hambacher Forst, der vielen von uns aus den Nachrichten bekannt ist. Gleich daneben besuchten wir noch eine verlassene Ortschaft mit zugenagelten Häusern und Kirche. Nur ein störrischer Bauer, der sich weigert, seinen Heimatort zu verlassen, bewohnt noch sein angestammtes Bauernhaus.
Danach ging es weiter zum „ Indemann“, wo wir zu Mittag aßen und den Aussichtsturm bestiegen. Auf dem Rückweg vom Braunkohlerevier zu unserem Hotel in Bonn fuhren wir noch ein wenig durch den Nationalpark Eifel. Hier konnten wir auch sehen, was nach der schrecklichen Überflutung des Ahrtals inzwischen wiederaufgebaut werden konnte. Auch war deutlich zu sehen, dass die Wiederaufbauarbeiten immer noch nicht abgeschlossen sind. Nachmittags erholten wir uns beim „Höhnerstall“, einem gemütlichen und sehr ländlich gelegenem Cafe. Danach fuhren wir zurück nach Bonn.
Samstag, 5. Juli; Die Fahrt durch das Siebengebirge
Wir wechselten die Rheinseite, also jetzt rechtsrheinisch, und fuhren mit unseren Zettis durch das Siebengebirge. Zuerst ging es auf einer interessant kurvenreichen engen Straße hinauf zum Petersberg. Hier fanden wir neben einem Luxushotel, in dem früher die Staatsgäste untergebracht wurden und an einem schönen Aussichtspunkt hinunter auf den Rhein die richtige Kulisse, um Peter angemessen zu seinem runden Geburtstag zu gratulieren. Wir stimmten ein Geburtstagsständchen an und es gab Gummibärchen für den richtigen „Flow beim Fahren“. Peter war sehr überrascht und freute sich. Auch Ruth, die extra zu Peters Geburtstag angereist war, schloss sich unseren guten Wünschen an. Danach ging es weiter durch das Siebengebirge.
Mittags speisten wir auf der Terrasse eines italienischen Restaurants mit Blick auf den Rhein. Später überquerten wir ihn mit der Fähre und besuchten noch den Kaltwassergeysir und das zugehörige Museum in Andernach. Linksrheinisch fuhren wir dann wieder zurück nach Bonn.
Im Hotel angelangt waren wir alle sehr froh um die reservierten Plätze in der Tiefgarage. Warum? Alle Parkplätze wurden von Kampfsportlern gebraucht, die am Samstagabend einen Wettbewerb mit 2000 Teilnehmern abhielten. Im Hotel gab es deshalb junge Männer mit vielen Muskeln zu sehen, was die Damenwelt erfreute. Vereinzelt waren aber auch junge Sportlerinnen zu sehen, damit die Männer auch was zu gucken hatten. Während unseres Abendessens kam plötzlich Unruhe an den Tischen im Speisesaal auf. Eine Maus hatte sich unter unsere Tische verirrt. Die arme Maus huschte hin und her, während wir zwischen Belustigung und Verwunderung die Beine/Füße (die Bayern) aufhoben, um von der Maus nicht „angeknabbert“ zu werden. Das Personal im Speisesaal reagierte auffallend gelassen auf unseren Hinweis mit der Maus unter den Tischen.
Sonntag, 6. Juli; Der Tag der Zahnradbahn und des Abschieds
Nach einem herzlichen Abschied vom Großteil der Gruppe fuhren nur noch wenige Teilnehmer weiter zur Zahnradbahn auf den Drachenfels. Leider war das Wetter regnerisch, windig und kühl. Das trübte den grandiosen Blick von den Burgruinen auf den Rhein und nach Bonn. Nach einem Kaffee und alkoholfreiem Bier auf der Aussichtsterrasse begann es zu regnen und wir fuhren mit dem Triebwagen der elektrischen Zahnradbahn hinunter zu unseren Autos. Der Abschied fiel schwer.
Wir möchten uns ganz herzlich bei Petra und Bernd für das Organisieren und Durchführen der Rheinlandtour bedanken. Es war sehr schön und wir haben viel über den Braunkohlebergbau erfahren und die Schönheit des Rheingebiets genießen können.
Carla und Bernhard