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Räder/Reifen



Kennzeichnungen von Reifen und Felgen



Auf der Reifenseitenwand, sowie auf der Felge sind eine Menge an technisch nützlichen Informationen angegeben. Diese lassen sich meistens jedoch nicht ohne weiteres entziffern. Daher sind hier einige Erklärungen dazu aufgeführt.

Angaben auf dem Reifen:

z. B. 225/45 R 17
z. B. 92
z. B. W
z. B. DOT ... 1402
Angaben auf der Felge:

z. B. 7 1/2 J 17
z. B. ET 38
Größe und Bauart (z. B. 225/45 R 17)

Die erste Zahl der Angabe steht für die Breite der Lauffläche in Millimetern. Die zweite Zahl ist das Verhältnis der Laufflächenbreite zur Reifenwandhöhe. Weil der Raddurchmesser insgesamt an allen Z3 in etwa immer gleich groß ist, muß bei einem größeren Felgendurchmesser das Verhältnis kleiner sein. Der Reifen ist somit ein sogenannter Niederquerschnittsreifen. Dieser federt weniger Fahrbahnunebenheiten ab, bietet aber in Kurven den besseren Seitenhalt.

Die Buchstaben stehen für die Bauart des Reifens, insbesondere seines tragenden Aufbaus, der auch Karkasse genannt wird. Bei PKW-Reifen sind heutzutage sogenannte Radialreifen (Buchstabe R) üblich. Die Karkasse aus Metall- und Textilgewebe ist radial über Reifenwände und Lauffläche orientiert. Ein zusätzliches Z in der Bauartangabe weist auf die besondere Hochgeschwindigkeitseignung des Reifens, bzw. seines Aufbaus für Geschwindigkeiten über 240 km/h hin. Die entscheidende Angabe für die maximal zulässige Geschwindigkeit, die mit dem Reifen gefahren werden darf, ist aber der Geschwindigkeitsindex.

Die letze Zahl gibt den Felgendurchmesser, also den Innendurchmesser des Reifens in an. Er wird in Zoll gemessen. Ein Zoll entspricht 25,4mm. Eine 17 Zoll Felge hat einen Durchmesser von gut 43cm.


Gewichtsindex (z. B. 92)

Hinter dieser Zahl verbirgt sich die Tragfähigkeit des Reifens. Je größer die Zahl ist, desto mehr Gewicht kann auf dem Reifen lasten, ohne daß er beschädigt wird. Die erforderliche Tragfähigkeit ergibt sich also aus dem zulässigen Gesamtgewicht des Fahrzeugs und der Aufteilung auf die Achsen und Räder. Die Mindestgrenze für den Gewichtsindex ist meistens auch im Fahrzeugschein hinter den erlaubten Reifengrößen eingetragen.

Geschwindigkeitsindex (z. B. W)

Dieser Kennbuchstabe steht für die Geschwindigkeitsklasse, mit der die maximale Geschwindigkeit, die mit dem Reifen gefahren werden darf, festgelegt wird. Eine Übersicht gibt die nachfolgende Tabelle.

Index Höchstgeschwindigkeit Index Höchstgeschwindigkeit
Q 160 km/h T 190 km/h
H 210 km/h V 240 km/h
W 270 km/h Y 300 km/h

Es ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, daß Sommerreifen mindestens aus der Geschwindigkeitsklasse sind, die die im Fahrzeugschein eingetragene Höchstgeschwindigkeit einschließt. Das gilt auch, wenn man gar nicht vor hat, so schnell zu fahren. Bei Winterreifen ist es zulässig, auch niedrigere Geschwindigkeitsklassen zu wählen. Dann muß allerdings ein Aufkleber deutlich sichtbar am Armaturenbrett auf die nun geltende Höchstgeschwindigkeit hinweisen.

Winterreifen sind an dem Zusatz M & S zu erkennen, der für "Matsch und Schnee" steht. Winterreifen haben bereits unter +8°C einen Vorteil gegenüber Sommereifen und sind mittlerweile vom Gesetzgeber bei entsprechender Witterung vorgeschrieben. Schlimmstenfalls kann sich sogar die Kraftfahrzeugversicherung weigern, einen Schaden zu bezahlen.

Herstellungszeitpunkt (z. B. DOT ... 1402)

Der Zeitpunkt der Produktion eines Reifens, die sogenannte DOT-Nummer (Departure of Transportation - das amerikanische Verkehrsministerium), wird heute weltweit als vierstelliger Zahlencode angegeben. Die ersten beiden Ziffern stehen dabei für die Kalenderwoche, in der Reifen hergestellt wurde. Die zweiten beiden Ziffern entsprechen dem Produktionsjahr, also "02" entspricht dem Jahr 2002.

In den neunziger Jahren und davor wurde das Herstelldatum als dreistelliger Code angegeben. Die Jahreszahl wurde dabei nur als eine Ziffer angegeben, also eine "9" bedeutet, daß der Reifen 1999 hergestellt wurde. Zur Unterscheidung, ob der Reifen aus den neunziger oder achtziger Jahren kommt, ist bei den Reifen aus den neunziger Jahren ein kleines Dreieck hinter dem dreistelligen Zahlencode eingeprägt.

Reifen altern über die Jahre, weil die Weichmacher aus der Gummimischung austreten und damit der Reifen aushärtet. Dieser Prozeß ist zwar abhängig von der Nutzung und Lagerung des Reifens (UV-Licht ist besonders schädlich), aber generell ist ein Reifen auch mit ausreichender Profiltiefe nach einer gewissen Zeit zu alt, um sichere Fahreigenschaften gewähren zu können. Als Anhaltspunkt läßt sich sagen, daß ein Reifen spätestens mit sechs bis acht Jahren ausgetauscht werden sollte.

Felgengröße (z. B. 7 1/2 J 17)

Die Zahlen vor dem Buchstaben "J" stehen für die Felgenbreite in Zoll (ein Zoll sind 25,4mm). Felgen werden heute üblicherweise in Stufen von einem halben Zoll Breite hergestellt.

Die Felgenbreite muß grundsätzlich zu der Reifenbreite passen. Allerdings gibt es einen gewissen zulässigen Spielraum, über den das Fahrverhalten beeinflußt werden kann. Normalerweise ist die Felge schmaler als die Reifenlauffläche. Damit ist die Reifenseitenwand nach innen geneigt, was zu guten Federungseigenschaften des Reifens führt. Mit zunehmender Breite der Felge steht bei gleichbleibender Reifenbreite die Seitenwand immer mehr senkrecht oder ist sogar nach außen geneigt. Damit nimmt die Federsteifigkeit des Reifens zu, der Fahrkomfort nimmt ab und das Fahrverhalten wird sportlicher.

Die Zahl hinter dem Buchstaben "J" gibt den Felgendurchmesser in Zoll an. Er muß logischerweise mit dem Reifeninnendurchmesser übereinstimmen.

Einpresstiefe (z. B. ET 38 - bei BMW auch IS 38)

Die Zahl hinter "ET" gibt die sogenannte Einpresstiefe in Millimetern an. Dieses oft in seiner Wichtigkeit unterschätzte Maß entspricht dem Abstand zwischen der Laufflächenmitte des Reifens und der Fläche, an der die Felge auf die Radnabe des Fahrzeugs geschraubt wird. Damit ist die Einpresstiefe entscheidend dafür, ob und wie weit das Rad aus dem Radkasten heraussteht.

Gerade bei sehr breiten Reifen kann es sein, daß bei falscher Einpresstiefe die Reifen am Radhaus schleifen oder, im anderen Extremfall, der Reifen so weit heraussteht, daß die Reifenlauffläche nicht vom Radlauf des Kotflügels abgedeckt wird. Beides ist in Deutschland nicht erlaubt. Ein Schleifen des Reifens am Radhaus ist sogar sehr gefährlich, da es während der Fahrt zum Platzen des Reifens kommen kann.