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Internationale West-Nord-West Tour

Vom 26. bis 29.September 2024

Zum Ende der diesjährigen Toursaison feierte die erste länderübergreifende Clubtour, die gemeinsam von unseren niederländischen Clubfreunden Ineke und Jopp sowie unserer nordwestdeutschen Sektionsleiterin Claudia veranstaltet wurde, Premiere. Der Samstag stand ganz im Zeichen der holländischen Sehenswürdigkeiten Giethorn und dem Exoten- und Tropenpark Pantropica, währenddessen am Freitag die norddeutschen Highlights, das immer noch aktive Erdölbohrfeld in Emlichheim, das Transrapidmuseum in Lahten, die Meyer-Werft in Papenburg (beide Emsland) sowie das Emssperrwerk (Ostfriesland) angefahren wurden. Übernachtet haben wir in dem weitläufigen Van der Falk Hotel im holländischen Emmen.

Donnerstag – Fahrt zum Hotel nach Emmen

Die Anfahrt zum Hotel nach Emmen gehörte zur ersten Etappe der Tour. Als Treffpunkt diente eine neben der Autobahn A31 gelegene Tankstelle in Haren. Dort wartete Claudia auf die Teilnehmer. Der Treffpunkt war leicht zu erkennen. Claudia hatte ein riesiges, selbst angefertigtes Banner mit dem Bild eines freundlich dreinblickenden Kapitäns und der norddeutschen Willkomensbgrüßung „Moin“ über die komplette Motorhaube ihres Zettis gespannt. So ausstaffiert parkte Sie ihren Zetti auf der Zufahrt zur Tankstelle. Die meisten Teilnehmer kennen sich gut von den zahlreichen Touren, an denen sie schon teilgenommen haben. So begrüßte jeder jeden mit großem Hallo. Alle waren pünktlich zum Treffpunkt erschienen - bis auf eine Ausnahme. Unser Clubfreund Ingo rief an und berichtete enttäuscht, dass er nicht mitfahren könne, da sein Zetti überraschend einen Reifenschaden habe, der nicht mehr rechtzeitig repariert werden könne. Karin, die seinen Anruf erhielt, reagierte sofort und vermittelte Ingo als Beifahrer zu Peter. So löste sich das erste Problem der Tour auf sehr freundschaftliche Weise.

Gegen 17 Uhr brachen wir zu unserer grenzüberschreitenden Kurzetappe zum Hotel nach Emmen auf. Der Parkplatz war speziell für uns reserviert, das Hotel liegt außerhalb von Emmen auf einer freien Fläche, die die Sicht in die Weite der flachen Landschaft erlaubt. Die Zimmer der Einzelfahrer lagen im Neubautrakt. Das Zimmer, mit Zugang zu einem umlaufenden Balkon, war riesengroß, das Bad mit großer, ebenerdiger Dusche und separatem WC der pure Luxus.

Abends trafen wir uns zum Abendessen im zentral gelegenen Restaurant des Hotels. Als ich mein Bier bestellen wollte, bat man mich zu meiner Überraschung, vorab mit einer „Coin“ (goldfarbene große Plastikmünze) dafür zu zahlen. Ich war zunächst irritiert, habe mir dann aber einige Coins an der Rezeption gekauft. Wir haben das System schätzen gelernt, es verhindert Streitigkeiten bei der Bezahlung der Getränkerechnung im Nachgang und entlastet das Personal erheblich.

Nach dem guten Abendessen ließen viele von uns den Abend in der angrenzenden Hotelbar ausklingen. Sie schloss um Mitternacht, so dass wir uns am nächsten Morgen fit zu Claudias Briefing in der Hotellobby versammelten.

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Freitag - Transrapidmuseum und Meyer Werft

Nach kurzem Briefing starteten wir die Motoren und verließen unter Claudias Führung den Hotelparkplatz. Ziele waren das Ölfeld, in dem immer noch Erdöl gefördert wird und, mit einer Pause an der Hüntelner Schleuse am Dortmund-Ems-Kanal, die seit 2011 außer Betrieb befindliche Transrapid Teststrecke.

Bevor wir den aufgeständerten Fahrweg der Magnetschwebebahn Transrapid erreichten, führte uns Claudia auf schmalen Straßen durch „Klein Texas“. Um Emlichheim pumpen Pferdekopfpumpen Erdöl aus der Tiefe des Emslandbodens. Eine Erdölförderung in Deutschland in dieser industriellen Ausprägung hatten wir nicht erwartet.

Bei leichtem Regen erreichten wir schließlich das ehemalige Besucherzentrum, in dem ein privater Verein ein kleines Museum für den Transrapid ins Leben gerufen hat. Ein Vereinsmitglied (der Bürgermeister der Samtgemeinde Lahten hatte mit einem Techniker extra für uns das Museum geöffnet) erläuterte uns in kurzen Worten die Ziele des Vereins und die Funktion der Magnetschwebebahn. Vor dem Museum ist eine noch halbwegs erhaltene Transrapidkabine, der Transrapid 07, aufgestellt. Wir betraten das Innere dieser für uns etwas aus der Zeit gefallenen Kabine, die sich leider in einem sehr schlechten, heruntergekommenen Zustand befindet. Hier möchte der Verein mit seiner Unterstützung ansetzen und durch Spenden und Fördergelder die notwendigen Finanzmittel einsammeln, um für die Nachwelt dieses technische Mahnmal einer zwar in Deutschland gescheiterten aber genial innovativen Technologie zu erhalten. Wir hatten viel zu wenig Zeit, uns intensiver mit der Magnetschwebebahn zu beschäftigen. Der Besuch konnte nur ein Anstoß sein, sich mit diesem herausfordernden Kapitel der Technikgeschichte auseinanderzusetzen.

Entlang der Schwebbahntrasse fuhren wir recht zügig zu unserem Hauptziel des Tages, der Meyer Werft in Papenburg. In der Nähe der Werft war für uns in einem Lokal der Tisch zum gemeinsamen Mittagessen reserviert. Gestärkt vom Mittagessen bestiegen wir den Bus zur Premium Werftbesichtigung in der Maritimen Erlebniswelt. Während der gesamten Führung wurden wir von einem kompetenten Gästeführer begleitet. Der Bus fuhr zunächst über das Werksgelände über die Werksstraßen zwischen den hohen Produktionshallen der Werft. Während der Fahrt musste der Bus einem Spezialtransporter mit einem 500 t schweren Schiffsbauteil ausweichen. Wir erhielten einen Überblick über die Struktur und den Produktionsablauf auf der Werft, die heute vornehmlich große Kreuzfahrtschiffe baut. Schließlich wurden wir in das eigentliche Besucherzentrum geführt. Dort wurde uns anhand von historischen Bildern und Dokumenten die lange Geschichte des Familienunternehmens erläutert. Gegründet wurde das Unternehmen 1795 von den Vorfahren des heutigen Inhabers Heinrich Meyer. Heute bauen dort 3450 Mitarbeiter Kreuzfahrtschiffe, Fähren, RoRo Schiffe, Gastanker und Forschungsschiffe. Das Werftgelände hat eine Fläche von 50 ha, das größte Baudock hat eine Länge von 504 m. Die maximale Krankapazität beträgt 800 t. Der Bau eines großen Kreuzfahrtschiffes dauert von Auftragsannahme bis zur Fertigstellung ca. 3 Jahre. Die Schiffe werden als Einzelmodule vorgefertigt und dann im Baudock zusammengesetzt. Vom Besucherzentrum aus konnten wir durch riesige Glasscheiben einen Blick in die Produktionshalle mit den Baudocks werfen und die Arbeiten beobachten. Vor dem Modell einer großen Schiffsantriebsschraube lächelten wir in die Kamera zum obligatorischen Gruppenfoto.

Tief beeindruckt vom Werftgeschehen stiegen wir in unsere Zettis, um das hydraulisch betriebene Emssperrwerk anzusteuern. Regen und Sturm wurden auf der Fahrt immer heftiger, an eine Fahrt mit geöffnetem Verdeck war nicht mehr zu denken. Als wir nach etwa einstündiger Fahrt unser Ziel erreichten, erfasste uns der Sturm beim Aussteigen aus den Autos mit voller Wucht. Schnell wurden einige Fotos von den Autos und den Stautoren mit den Hyraulikzylindern geschossen. Das Emssperrwerk liegt an der Emsmündung, am Dollart, danach folgt die Nordsee. Hier zeigte sich, was an der Küste eine „steife Brise“ ist. Die Rückfahrt zum Hotel ging im Sturm und Regen unter.

Trotz des schlechten Wetters hatte der der erlebnisreiche Tag der positiven und euphorischen Stimmung aller beim Abendessen und in der Bar nichts anhaben können.

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Samstag - Giethoorn und Pantropica

Am Samstagmorgen übernehmen Ineke und Joop die Tourführung. Zunächst fuhren wir über die A37 und anschließend cruisten wir über holländische Landstraßen nach Giethoorn. Wir passierten die Ortschaften Hoogeven und Meppel. Giethoorn gilt als das Klein-Venedig der Niederlande. Ein Netz von Wasserkanälen verbindet die einzelnen Häuser des Dorfes miteinander. Wegen des geringen Tiefgangs können sich die Anwohner nur mit kleinen oder flach bodigen Booten zu ihren Häusern bewegen.

Wir stellten die Zettis auf einem Parkplatz nahe des Bootsverleihs ab und bestiegen ein langes Ausflugsboot. Der junge Bootsführer ist gleichzeitig Gästeführer. Das Elektroboot glitt lautlos an den Sehenswürdigkeiten vorbei, während wir den Anekdoten des jungen Mannes lauschten. Nach gut einer Stunde Fahrt kehrten wir zum Anlegesteg zurück. In dem zum Bootsanleger gehörenden Restaurant genossen wir eine gemeinsame holländische Brotzeit.

Als wir zu unserem zweiten Ziel, dem exotischen Tier- und Pflanzenpark Pantropica aufbrachen, kam die Sonne zum Vorschein, so dass die meisten von uns das Dach öffneten, um etwas Roadster Feeling zu genießen. Das Pantropica ist ein riesiger, überdachter tropischer Pflanzenpark, in dem exotische Vögel frei und zutraulich umherfliegen. Jeder ging auf eigene Faust auf Entdeckungsreise. Etwas erschrocken war ich, auf einer Bank sitzend, als ein bunter Papageienvogel mit riesigem gelbem Schnabel sich mir näherte, meinen Reissverschluss an der Jacke entdeckte und daran herumpickte. Ähnliches erlebte Manfred. Auf seinem Unterarm machte es sich plötzlich ein bunter Sittich bequem. Manfred lächelte ihn zunächst an und versuchte, die Szene zu fotografieren. Plötzlich pillerte der kleine Vogel auf Manfreds Hand. Als Manfred den Urin von seiner Hand abtropfen sah, fand er das gar nicht mehr lustig.

Nach unserem rund zweistündigen Aufenthalt versammelten wir uns auf dem Parkplatz vor dem Park, um die Rückfahrt nach Emmen anzutreten. Es dauerte etwas, bis wir uns alle in einer Fahrzeugreihe eingeordnet hatten und den Parkplatz verlassen konnten. Die Rückfahrt führte durch viele kleine holländische Dörfer und teilweise vorbei an pittoresk anmutende Gebäudekomplexe. Zunächst blieb es trocken, später mussten wir uns durch einige Regenschauer kämpfen. Das wechselhafte Wetter malte bunte Regenbogen an den dunkler werdenden Nachmittagshimmel.

Beim Abendessen entwickelte sich eine heitere und ausgelassene Stimmung. In unseren Tischgesprächen ließen wir die schönen und ereignisreichen Tourtage noch einmal Revue passieren. Martin und Gabi ehrten, auch stellvertretend für den Vorstand, unsere Tourguides Ineke, Joop und Claudia für ihre großartige Organisation und Gestaltung dieser ersten wirklich länderübergreifenden Tour unseres Clubs. Unter großem Applaus wurde ihnen ein kleines Präsent von den Teilnehmern und ein Gutschein für ein beitragsfreies Jahr überreicht.

Am letzten Abend hatten viele von uns keine Lust als die Bar schloss, schon ins Bett zu gehen. So feierten wir noch in der Hotellobby weiter, es gab einfach zu viel zu erzählen.

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Sonntag - Moormuseum und Abschied

Nach dem Frühstück verabschiedeten sich von uns einige Clubfreunde, die eine weite Rückfahrt nach Hause hatten. Zum Abschluss hatte Claudia für uns noch eine Fahrt zum Besuch des Emsland Moormuseums nach Geeste, in der Nähe der BAB A31 organisiert. Über eine schöne Landstraße, die entlang der unweit gelegenen Grenze verläuft, passierten wir kleine Orte wie Twist und genossen die 8 km lange Fahrt in vollen Zügen. Das Wetter war schön geworden, die Dächer wurden zurückgeklappt. Das Moormuseum gibt einen Einblick in die Geschichte der durch große Moore und Seen geprägten Landschaft. Sie zeigt den mühsamen Torfabbau und die harten und entbehrungsreichen Lebensbedingungen der Menschen, die hier lebten. Vom Museum aus habe ich einen Spaziergang über speziell angelegte Holzstege durch die sumpfige Moorlandschaft, die sich hinter dem Museumsgebäude ausbreitet, machen können. Dadurch hat die Landschaft, in der wir uns die letzten zwei Tage bewegt haben, bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Im kleinen Café des Museums nahmen wir endgültig, etwas wehmütig, Abschied voneinander, nicht ohne uns zu versichern, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

Liebe Claudia, liebe Ineke und lieber Joop,

Wir haben uns sehr gefreut, mit Euch diese wunderschöne Tour erleben zu können. Sicher war es nicht immer einfach, eine Tour mit so vielen Besichtigungen über eine Ländergrenze hinweg zu organisieren und gemeinsam umzusetzen. Euer Mut und eure Einsatzfreude wurden reich belohnt. Wir hatten eine sehr freundschaftliche und hilfsbereite Stimmung untereinander - Ihr habt das richtig gut gemacht, danke dafür.

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Peter Kupiek
16.12.2024

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